Magnesiumverbindungen

Magnesiumverbindungen und ihre Vor- und Nachteile

Es handelt sich hierbei um die wichtigsten und gebräuchlichsten Magnesiumverbindungen.

Magnesiumcitrat

Magnesiumcitrat ist das Magnesiumsalz der Zitronensäure. Es gibt zwei gebräuchliche Arten von Magnesiumcitrat:

  • Magnesiumhydrogencitrat Magnesiumhydrogencitrat enthält nur ca. 7 % elementares Magnesium und ist mit einem PH-Wert von 3,5 – 4,5 ziemlich sauer. Diese Verbindung ist weniger empfehlenswert.
  • Tri-Magnesiumdicitrat Tri-Magnesiumdicitrat enthält ca. 15 – 16% elementares Magnesium und ist mit einem PH-Wert von 7 – 8 neutral bis leicht basisch. Diese Verbindung ist zu empfehlen.

Magnesiumcitrat hat eine gute Bioverfügbarkeit, wird aber von einigen nicht so gut vertragen. Für Personen mit HIT (Histaminintoleranz) wird Magnesiumcitrat nicht empfohlen. Es wird im Darm schnell resorbiert und ist besonders für Menschen mit Verstopfung und Darmträgheit gut geeignet, da es den Flüssigkeitsspiegel im Verdauungstrakt erhöht. Es soll außerdem die Produktion von Magensäure anregen und sollte daher zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Magnesiumcitrat wirkt vorbeugend gegen Nierensteine und hilft auch, diese aufzulösen.

Magnesiumchlorid

Magnesiumchlorid ist besonders Menschen mit Magenproblemen und Reflux zu empfehlen. Es ist eine recht preiswerte Magnesiumverbindung mit einer guten Bioverfügbarkeit.

Der Magnesiumgehalt von Magnesiumchlorid liegt bei 11,95 %. Es empfiehlt sich, Magnesiumchlorid als Trinksole einzunehmen (33g auf 1 Liter Wasser), am besten zu den Mahlzeiten und über den Tag verteilt.
Magnesiumchlorid ist insbesondere für die transdermale Anwendung zu empfehlen, da die Aufnahme über die Haut sehr viel effektiver sein soll. Da eine Lösung von Magnesiumchlorid in Wasser eine leicht ölige Konsistenz hat, spricht man dabei auch von “Magnesiumöl”. Die Standard-Dosierung sind 310 g auf 1 Liter Wasser, mit dieser Lösung kann man den Körper einreiben. Magnesiumchlorid kann auch gut für Fußbäder oder Vollbäder verwendet werden. Weitere

Hinweise zur transdermalen Magnesiumanwendung sind am Ende dieser Datei zu finden!

Magnesiumoxid

Magnesiumoxid wird laut einer neueren Studie, durchschnittlich nur zu etwa 4% vom Darm aufgenommen. Mehr nur, wenn man sehr trägen Stuhlgang hast (2-3 Tage). Oxid wird nur sehr langsam resorbiert, hat also eine Retard-Eigenschaft. Außerdem entstehen durch die Verbrennung u.U. auch Nanopartikel, die den Darm schädigen können.

Magnesiumoxid hat ein Merkmal, welches den Grund liefert, dass es so viel verkauft wird: es ist vergleichsweise billig und es hat 60% Magnesiumanteil. Das verführt zu der Annahme, dass es gut ist. Man braucht ja offensichtlich nur eine Kapsel zu nehmen. Leider viel zu wenig…
In höheren Dosen wirkt Magnesiumoxid abführend und wirkt neutralisierend auf die Magensäure, weshalb es auch als Antazidum verwendet wird.

Magnesiumoxid gehört daher NICHT zu den empfehlenswerten Magnesiumverbindungen!

Magnesiumglycinat

Magnesiumglycinat (Magnesium-Chelat) ist das Salz der Aminosäure Glycin, daher ist es eine organische Magnesiumverbindung. Es ist besonders gut verträglich, denn die Aminosäure Glycin schützt die Schleimhäute des Magen-Darmtrakts vor möglichen Reizungen. Durchfälle durch die Einnahme von Magnesiumglycinat sind nicht zu befürchten. Für eher empfindliche Personen ist diese Magnesiumverbindung besonders empfehlenswert. Es wird sehr gut aufgenommen und es wirkt entspannend und beruhigend. Magnesiumglycinat sorgt – am Abend eingenommen – für besseren Schlaf.

Magnesiummalat

Magnesiummalat ist das Magnesiumsalz der Apfelsäure. Es ist die perfekte Magnesiumverbindung für Menschen, die an Erschöpfung und Müdigkeit leiden, denn es unterstützt die Bildung von ATP ( Adenosintriphosphat ) und damit die Energieproduktion in den Zellen. Da die Verbindung von Magnesium und Äpfelsäure einfach aufgespaltet werden kann, ist Magnesiummalat sehr gut löslich und sehr gut bioverfügbar. Eine Studie mit der Anwendung von Magnesiummalat zeigte eine Verbesserung bei Fibromyalgie. Magnesiummalat sollte zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Magnesiumorotat

Magnesiumorotat ist das Magnesiumsalz der Orotsäure und wird Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfohlen, da es die Energieproduktion im Herzen anregt. In Russland wird Magnesiumorotat als Herz-Kreislauf-Mittel verordnet. Es regeneriert beanspruchte Muskulatur sehr gut, steht allerdings im Verdacht, die Harnsäurekonzentration im Körper zu erhöhen.

Magnesiumsulfat

Magnesiumsulfat ist das Salz der Schwefelsäure, auch unter dem Namen Bittersalz bekannt. Magnesiumsulfat wird als starkes Abführmittel eingesetzt und zur Verhinderung von Präeklampsie (Bluthochdruckserkrankung die im Rahmen einer Schwangerschaft auftreten kann).

Des weiteren wird es intravenös in der Notfallmedizin eingesetzt, beispielsweise bei Krampfanfällen oder bei einem Herzinfarkt. Zum Zweck der dauerhaften, oralen Magnesium-Supplementierung eignet es sich hingegen nicht.

Es wird jedoch auch sehr gut über die Haut aufgenommen und kann bei Muskelleiden sehr gut transdermal angewendet werden. Weitere Hinweise zur transdermalen Magnesiumanwendung sind am Ende dieser Datei zu finden

Magnesiumcarbonat

Magnesiumcarbonat ist das Salz der Kohlensäure und kommt in vielen verschiedenen natürlichen Quellen vor, beispielsweise in der Sango Meereskoralle. Es wird häufig als Nahrungsergänzungsmittel verkauft. Vom Körper wird es gut, aber nur sehr langsam resorbiert. Seine Bioverfügbarkeit liegt bei etwa 30 Prozent, womit es im Vergleich zu Citrat eher schlecht abschneidet, was aber an der Messmethode (Ausscheidung über den Urin) liegen kann. Da Magnesiumcarbonat Säure hemmt, kann es auch gut zur Bekämpfung von Sodbrennen eingesetzt werden. Magnesiumcarbonat wirkt erst in höheren Dosen abführend.

Magnesium in der Ernährung

Die besten natürlichen Magnesiumlieferanten sind

  • Kürbiskerne mit 478,170mg pro /100g
  • Sonnenblumenkerne mit 328,25-420mg pro 100g
  • Sesamsamen mit bis zu 329,67mg pro 100g
  • Pinienkerne mit bis zu 328,25mg pro 100g (diese Angaben variiren etwas, je nach Qualität der Produnkte).

Tipp für Kinder: Die Körner lassen sich gemahlen auch gut unteres Essen mischen!

Transdermale Magnesiumaufnahme

Die transdermale Magnesiumanwendung über die Haut ist eine neue Form der Magnesiumsubstitution. Auch wenn der genaue Weg wie Magnesium durch die Haut gelangt noch nicht vollständig geklärt ist, so belegen mittlerweile etliche Studien die Wirksamkeit dieser Anwendungsform. Zur transdermalen Magnesiumaufnahme eignen sich besonders gut Magnesiumsulfat und Magnesiumchlorid. Wir empfehlen Magnesiumchlorid, da man dieses auch für eine Magnesiumsole zum trinken verwenden kann. Die Transdermale Magnesiumaufnahme erfolgt mit

  • Magnesiumöl (ca. 33 g Magnesiumchlorid auf 100 ml Wasser),
  • Magnesiumfußbädern (ca. 3-10 EL Magnesiumchlorid) und mit
  • Magnesiumvollbädern (ca. 300-1000 g Magnesiumchlorid).

Zu beachten ist, dass das Öl 45 Minuten auf der Haut bleiben sollte, bevor man es abwäscht (falls man es abwaschen möchte). Die Bäder sollten 37-42° C warm sein und ebenfalls 45 Minuten andauern.

Folgende Anwendungsmethoden haben wir mit freundlicher Genehmigung aus der Datei “Mg: Dosierung und Anwendung” unserer befreundeten transdermalen Mg-Gruppe bei Facebook übernommen, da diese sich dort sehr bewährt haben und großer Beliebtheit erfreuen.

Sonderformen von Magnesiumöl mit hochprozentigem Alkohol (z.B. Vodka).

Wie oben bei Magnesiumöl nimmt man statt Wasser Vodka (es kann der preiswerte aus dem Discounter sein). Erfahrungen in unserer Gruppe haben gezeigt, dass sich dadurch kein öliger Film auf der Haut bildet und das Magnesiumchlorid Hexahydrat schneller in die Haut einzieht. Ein Austrocknen durch den Alkohol wurde bisher nicht beobachtet. Ebenfalls zeigen Studien, dass über die Haut kein Alkohol in den Körper aufgenommen werden, sondern einzig über die Schleimhäute und oral genommen.

* Das Magnesiumöl mit Vodka hat einige Vorteile gegenüber dem mit Wasser angesetzten MgÖl. Es zieht viel schneller ein als das mit Wasser hergestellte, und hochprozentiger Alkohol und Magnesiumchlorid formen zusammen eine Anzahl von synergistischen Komponenten. Fügt man noch den schwarzen Pfeffer hinzu hat man einen zusätzlichen Wirkverstärker und Schmerzmittel.

Magnesiumöl mit hochprozentigem Vodka und schwarzem Pfeffer

Eine weitere Variante ist die, dass zum Magnesiumöl mit Vodka zusätzlich schwarzer Pfeffer mit in die Mischung kommt. Vom Piperin im schwarzen Pfeffer wissen wir ja, dass es wirkstoffverstärkend ist, was wir bereits von Zubereitungen mit Kurkuma bestens kennen.

70 g Magnesiumchlorid Hexahydrat werden in 100 ml Vodka aufgelöst. 12 g schwarzer Bio-Pfeffer werden gemahlen (bitte keinen bereits gemahlenen Pfeffer dazu verwenden) und zu der Mischung hinzu gefügt.

Mindestens zwei Tage – länger ist noch besser, da es alle Bestandteile aus dem Pfeffer zieht – lang stehen lassen und die Flüssigkeit immer wieder kräftig durchschütteln. Nach dieser Zeit ist die Flüssigkeit dunkelbraun, hinterlässt aber keine Verfärbungen auf der Haut. Durch ein Haarsieb, einen Kaffeefilter oder eine Strumpfhose filtern und fertig.

Diese Mischung hat sich bei Schmerzen bestens aufgrund ihrer schnellen und verstärkten Wirkung bewährt.

Die transdermalen Transportwege

Für die Aufnahme von Substanzen über die Haut sind bisher drei Transportwege bekannt:

  • Die Volumendiffusion, der Weg durch die Zwischenräume der Zellen (interzelluläre Diffusion)
  • Die transzelluläre Diffusion, der Weg durch die Zellen hindurch
  • Die Shunt-Diffusion, der Weg über die Hautanhang-Gebilde, also via Schweißdrüsen und Haarfollikel.

Auch wenn der Weg von Magnesium-Ionen durch die Zellen hindurch möglich ist, scheint die entscheidende Magnesiumresorption über den Weg der Haarfollikel und Schweißdrüsen zu erfolgen.

Obwohl die Haarfollikel nur etwa 0,1 Prozent der gesamten Körperoberfläche ausmachen, so ist die Resorptionsfläche doch größer als die gesamte Hautoberfläche. Denn die tiefen Einstülpungen der Haarfollikel schaffen eine Fläche, die, verglichen mit der Hautoberfläche, um ein Vielfaches größer ist. Nachdem die Haarfollikel nicht mit Hornhaut bedeckt sind, kann Magnesium ungehindert in die Zellen penetrieren. Jede Zelle verfügt über Magnesium-Transportmechanismen und so kann es von Zelle zu Zelle weitergegeben werden. Eine Überdosierung ist nicht möglich, da die Zellen einfach kein Magnesium mehr aufnehmen, wenn sie gesättigt sind.

Um den Körper vor hohen Magnesiumverlusten bei Schweißabsonderung zu schützen, resorbieren speziell dafür ausgestattete Zellen Magnesium aktiv aus dem Schweiß zurück. Diese Zellen können nicht nur Magnesium aus dem Schweiß filtern und wiederaufnehmen, sondern sind auch in der Lage, von außen zugeführtes Magnesium zu resorbieren.

Man stellt sich das ähnlich vor wie in der Niere, wo speziell ausgebildete Zellen Magnesium aktiv aus dem gefilterten Urin wiederaufnehmen und in den Kreislauf zurückbringen. Bestimmte Proteine auf der Zellmembran werden für den transzellulären Transport verantwortlich gemacht. Dabei handelt es sich um eine spezielle Proteingruppe, die eine erhöhte Affinität für Magnesium-Ionen aufweist, diese bindet und nach Erreichen eines stabilen Gleichgewichts weitergibt.

Das Ausmaß der transdermalen Aufnahme ist abhängig von folgenden Faktoren:

  • Feuchtigkeitszustand der Haut
  • Größe des behandelten Hautareals
  • Magnesiumkonzentration auf der Haut
  • Durchblutung der Haut
  • Einwirkdauer

Quelle: http://www.magnesium-health-institute.org/#magnesium

Weitere sehr gute Informationen zu Magnesium (Aufnahme, Dosierung usw.):
http://josef-stocker.de/magnesium.pdf
http://www.j-lorber.de/gesund/magnesium/magnesiumchlorid.htm
http://www.hp-intensiv.de/heilpraktikerschule-frankfurt-hanau-offenbach_028.htm http://www.vitamindelta.de/magnesium.html

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