UC-II® Kollagen – was undenaturiertes Typ-II-Kollagen so besonders macht
Kollagen ist längst kein Geheimtipp mehr. Ob für Haut, Knochen, Sehnen oder Gelenke – Kollagenpräparate sind inzwischen weit verbreitet. Über die verschiedenen Kollagentypen, ihre Aufgaben im Körper, die Bedeutung der Molekülgröße und die Unterschiede bei Kollagenhydrolysaten habe ich bereits ausführlich in meinem Grundlagenartikel „Kollagen – Wirkung, Bedeutung und warum es weit mehr ist als ein Schönheitsprotein“ berichtet.
Doch es gibt eine Form, die aus der Reihe fällt und deshalb einen eigenen Beitrag verdient:
UC-II® – undenaturiertes Kollagen Typ II.
Schon die Dosierung macht stutzig. Während bei herkömmlichem Kollagenhydrolysat meist mehrere Gramm täglich verwendet werden, begegnet uns bei UC-II® immer wieder eine erstaunlich kleine Menge:
40 mg pro Tag.
Wie sollen gerade einmal 40 Milligramm Kollagen einen nennenswerten Effekt auf die Gelenke haben, wenn bei gewöhnlichem Kollagen häufig 5 oder 10 Gramm eingesetzt werden?
Die Erklärung ist überraschend: UC-II® soll gar nicht auf die gleiche Weise wirken wie herkömmliches Kollagenhydrolysat.
Hier geht es nicht in erster Linie darum, dem Körper möglichst viele Aminosäuren oder Kollagenpeptide zur Verfügung zu stellen. Entscheidend ist vielmehr, dass das enthaltene Typ-II-Kollagen undenaturiert vorliegt – seine charakteristische räumliche Struktur also weitgehend erhalten geblieben ist.
Und genau diese Struktur ermöglicht einen ausgesprochen interessanten Kontakt mit unserem Immunsystem im Darm.
Dabei begegnen wir einem Mechanismus, den vermutlich nur wenige mit einem Kollagenpräparat in Verbindung bringen würden:
der oralen Toleranz.
Was sich dahinter verbirgt, warum dafür bereits sehr kleine Mengen Typ-II-Kollagen ausreichen können und was die Forschung zu UC-II® bei Gelenkbeschwerden herausgefunden hat, schauen wir uns in diesem Beitrag genauer an.
Inhaltsverzeichnis
- Was ist Kollagen Typ II?
- Was bedeutet eigentlich „undenaturiert“?
- Was bedeutet „orale Toleranz“?
- Warum reichen bei UC-II®Kollagen nur 40 mg?
- Was sagen die Studien zu UC-II®?
- Wie überzeugend ist die Studienlage insgesamt?
- UC-II® oder Kollagenhydrolysat – was ist besser?
- Für wen könnte UC-II® Kollagen interessant sein?
- Einnahme und Dosierung von UC-II®
- Worauf sollte man beim Kauf achten?
- Fazit: Wenig Kollagen – aber ein interessanter Ansatz
- Quellen und weiterführende Literatur
Was ist Kollagen Typ II?
Kollagen ist nicht gleich Kollagen. Im menschlichen Körper kommen zahlreiche verschiedene Kollagentypen vor, die sich in ihrem Aufbau, ihrem Vorkommen und ihren Aufgaben unterscheiden. Die Grundlagen dazu habe ich bereits ausführlich in meinem Kollagen-Artikel erklärt.
Für diesen Beitrag interessiert uns vor allem Kollagen Typ II.
Während Kollagen Typ I beispielsweise besonders häufig in Haut, Knochen, Sehnen und Bändern vorkommt, ist Typ-II-Kollagen der charakteristische Kollagentyp des Knorpelgewebes.
Im Gelenkknorpel bildet es ein feines, belastbares Fasernetz. In dieses Netzwerk sind unter anderem Proteoglykane eingebettet, die große Mengen Wasser binden können. Vereinfacht gesagt entsteht dadurch eine Konstruktion, die zwei wichtige Eigenschaften miteinander verbindet:
Stabilität und Elastizität.
Der Knorpel kann Druckbelastungen abfangen und ermöglicht gleichzeitig, dass sich die Gelenkflächen möglichst reibungsarm gegeneinander bewegen.
Typ-II-Kollagen findet sich übrigens nicht ausschließlich im Gelenkknorpel. Es kommt unter anderem auch im Glaskörper des Auges und im Nucleus pulposus – dem gallertartigen Kern unserer
Bandscheiben – vor.
Für die Gelenke ist Typ II jedoch von besonderer Bedeutung, weil es einen wesentlichen Bestandteil der strukturellen Knorpelmatrix bildet.
Kollagen Typ II ist nicht automatisch UC-II®Kollagen
Hier liegt eine wichtige Unterscheidung.
Nur weil auf einem Nahrungsergänzungsmittel „Kollagen Typ II“ steht, bedeutet das noch lange nicht, dass es sich um UC-II® handelt.
Typ-II-Kollagen kann unterschiedlich verarbeitet werden. Es kann beispielsweise hydrolysiert und damit in kleinere Kollagenpeptide zerlegt werden.
UC-II® ist dagegen ein bestimmter Markenrohstoff aus Hühnerknorpel, der undenaturiertes Typ-II-Kollagen enthält.
Und dieses kleine Wort – „undenaturiert“ – ist entscheidend.
Denn bei UC-II® geht es nicht nur darum, welcher Kollagentyp enthalten ist, sondern vor allem darum, dass bestimmte natürliche räumliche Strukturen dieses Kollagens erhalten bleiben.
Warum das einen so großen Unterschied macht, schauen wir uns als Nächstes an.
Was bedeutet eigentlich „undenaturiert“?
Der Begriff „undenaturiert“ klingt zunächst komplizierter, als er eigentlich ist. Um zu verstehen, warum er bei UC-II® so wichtig ist, müssen wir uns kurz anschauen, wie ein Kollagenmolekül aufgebaut ist.
Proteine bestehen aus langen Ketten von Aminosäuren. Diese liegen jedoch nicht einfach wie eine gerade Perlenkette im Körper herum, sondern nehmen eine ganz bestimmte räumliche Struktur an.
Beim Kollagen ist diese Struktur besonders charakteristisch: Drei lange Proteinketten winden sich umeinander und bilden eine sogenannte Tripelhelix.
Man kann sich das ein wenig wie drei Schnüre vorstellen, die zu einem stabilen Seil miteinander verdrillt wurden.

Wenn das Kollagen seine Form verliert
Durch Hitze, starke Veränderungen des pH-Wertes oder bestimmte chemische und technische Verarbeitungsverfahren kann diese natürliche Struktur verändert werden. Die Triplehelix entfaltet sich zumindest teilweise und die ursprüngliche räumliche Anordnung geht verloren.
Diesen Vorgang nennt man Denaturierung.
Wichtig dabei:
Die Aminosäuren verschwinden dadurch nicht.
Das Protein besteht grundsätzlich weiterhin aus seinen Aminosäuren – aber seine ursprüngliche Form hat sich verändert.
Ein bekanntes Beispiel dafür ist Gelatine. Sie entsteht aus Kollagen, dessen natürliche Struktur durch Verarbeitung verändert und teilweise aufgebrochen wurde.
Wird Kollagen anschließend noch weiter enzymatisch oder chemisch in kleinere Bestandteile zerlegt, entstehen die bekannten Kollagenhydrolysate bzw. Kollagenpeptide.
Vereinfacht kann man sich das so vorstellen:
Natives Kollagen mit Triplehelix
↓
Denaturierung – die räumliche Struktur verändert sich
↓
Gelatine
↓
weitere Hydrolyse
↓
kleinere Kollagenpeptide
Kollagenhydrolysat ist deshalb keineswegs „schlechtes“ oder wertloses Kollagen. Im Gegenteil: Die entstandenen Peptide und Aminosäuren sind gerade der Grund, warum Kollagenhydrolysate für andere Zwecke interessant sind.
Bei UC-II®Kollagen benötigen wir jedoch etwas anderes.
Warum die ursprüngliche Struktur bei UC-II® Kollagen entscheidend ist
Auf bzw. innerhalb der räumlichen Struktur eines Proteins befinden sich bestimmte Bereiche, die von unserem Immunsystem erkannt werden können. Man bezeichnet solche Erkennungsstrukturen als Epitope.
Man könnte sie vereinfacht mit einem Erkennungsmerkmal vergleichen:
Solange das Protein seine charakteristische räumliche Struktur besitzt, kann das Immunsystem bestimmte Merkmale erkennen.
Wird diese Struktur stark verändert oder das Protein vollständig in kleine Peptide zerlegt, verändern sich auch diese Erkennungsmerkmale oder gehen verloren.
Und genau hier liegt die Besonderheit des undenaturierten Typ-II-Kollagens.
Bei seiner Herstellung wird darauf geachtet, die charakteristische Struktur des Typ-II-Kollagens und damit bestimmte relevante Epitope zu erhalten.
„Undenaturiert“ bedeutet also nicht einfach nur „nicht erhitzt“. Es bedeutet vor allem, dass wichtige natürliche räumliche Strukturen des Kollagens erhalten geblieben sind.
Das ist für UC-II® entscheidend, denn diese erhaltenen Strukturen ermöglichen erst die besondere Interaktion mit dem Immunsystem im Darm, auf der der Wirkmechanismus beruht.
Und damit kommen wir zum eigentlich spannendsten Teil:
der oralen Toleranz.
Was bedeutet „orale Toleranz“?
Unser Darm hat eine schwierige Aufgabe.
Tag für Tag kommt er mit unzähligen körperfremden Stoffen in Kontakt: mit Nahrungsproteinen, Bestandteilen unserer Darmflora – aber natürlich auch mit Krankheitserregern.
Unser Immunsystem muss deshalb ständig unterscheiden:
Ist das gefährlich und muss bekämpft werden – oder ist es harmlos und kann toleriert werden?
Würde unser Immunsystem auf jedes fremde Protein mit einer heftigen Abwehrreaktion reagieren, könnten wir kaum eine Mahlzeit zu uns nehmen, ohne dabei eine Entzündungsreaktion auszulösen.
Deshalb verfügt der Darm über ausgeklügelte Mechanismen, durch die das Immunsystem lernen kann, bestimmte Stoffe zu tolerieren.
Einer davon ist die sogenannte orale Toleranz.
Vereinfacht gesagt bedeutet das:
Die wiederholte Aufnahme eines bestimmten Antigens über den Darm kann dazu führen, dass die Immunantwort gegenüber genau diesem Antigen abgeschwächt bzw. reguliert wird.
Dabei handelt es sich nicht um eine allgemeine Unterdrückung des Immunsystems. Die Reaktion ist vielmehr antigenspezifisch.
Das ist ein wichtiger Unterschied.
Das Immunsystem wird also nicht einfach insgesamt „heruntergefahren“, sondern seine Reaktion gegenüber einer ganz bestimmten Struktur kann verändert werden.

Der Darm ist ein riesiges Immunorgan
Eine zentrale Rolle spielt dabei das darmassoziierte Immunsystem, das sogenannte GALT (gut-associated lymphoid tissue).
Dazu gehören unter anderem die Peyer-Plaques – Ansammlungen von Immunzellen in der Schleimhaut des Dünndarms.
Hier werden Bestandteile aus dem Darminhalt gewissermaßen immunologisch begutachtet.
Spezialisierte antigenpräsentierende Zellen – insbesondere dendritische Zellen – nehmen Bestandteile auf, verarbeiten sie und präsentieren bestimmte Strukturen anschließend T-Zellen.
Je nachdem, in welchem Umfeld und auf welche Weise ein Antigen präsentiert wird, kann daraus eine Abwehrreaktion entstehen – oder eine tolerierende Immunantwort.
Bei der oralen Toleranz spielen dabei insbesondere regulatorische T-Zellen, kurz Treg-Zellen, eine wichtige Rolle.
Man könnte sie vereinfacht als eine Art Bremse des Immunsystems bezeichnen.
Sie helfen dabei, überschießende Immunreaktionen zu begrenzen und die immunologische Toleranz gegenüber bestimmten Antigenen aufrechtzuerhalten.
Und was hat das nun mit UC-II® Kollagen zu tun?
Jetzt wird verständlich, warum es so wichtig ist, dass das Typ-II-Kollagen in UC-II® undenaturiert vorliegt.
Bestimmte dreidimensionale Strukturen – die Epitope – bleiben erhalten und können vom Immunsystem erkannt werden.
Nach der derzeit bekannten Wirkweise gelangen Bestandteile dieses undenaturierten Typ-II-Kollagens in Kontakt mit dem darmassoziierten Immunsystem. Dort können die erhaltenen Strukturen des Typ-II-Kollagens präsentiert werden und regulatorische Immunmechanismen fördern.
Dabei können unter anderem Typ-II-Kollagen-spezifische regulatorische T-Zellen entstehen bzw. aktiviert werden.
Diese regulatorischen T-Zellen können anschließend über den Körper zirkulieren.
Treffen sie wiederum auf Typ-II-Kollagen – beispielsweise im Gelenkknorpel –, können sie regulatorische und entzündungshemmende Signale vermitteln.
Dabei geht es unter anderem um die Freisetzung regulatorischer Botenstoffe wie:
- Interleukin-10 (IL-10)
- Transforming Growth Factor beta (TGF-β)
- Interleukin-4 (IL-4)
Diese Botenstoffe können entzündliche Immunreaktionen beeinflussen.
Sehr vereinfacht könnte man sich den Vorgang deshalb so vorstellen:
Undenaturiertes Typ-II-Kollagen
↓
Kontakt mit dem Immunsystem im Darm
↓
Erkennung der erhaltenen Kollagenstrukturen
↓
Förderung regulatorischer T-Zell-Antworten
↓
größere immunologische Toleranz gegenüber Typ-II-Kollagen
Oder noch einfacher:
Das Kollagen soll dem Körper nicht in erster Linie als Baustoff dienen – es soll dem Immunsystem eine Information präsentieren.
Und genau deshalb benötigt man davon keine Gramm-Mengen.
Klingt faszinierend – aber wie sicher wissen wir das?
Hier ist eine kleine Einschränkung notwendig.
Die orale Toleranz selbst ist kein hypothetisches Konzept. Sie ist ein seit Jahrzehnten untersuchter und gut etablierter Mechanismus unseres Immunsystems.
Wesentlich vorsichtiger müssen wir jedoch bei der Frage sein, ob sich die Wirkung von UC-II® beim Menschen vollständig durch genau diesen Mechanismus erklären lässt.
Ein erheblicher Teil der Untersuchungen zum konkreten Wirkmechanismus von undenaturiertem Typ-II-Kollagen stammt aus Zell- und Tiermodellen.
Diese Untersuchungen liefern plausible Hinweise darauf, dass die erhaltenen Epitope des Typ-II-Kollagens über das darmassoziierte Immunsystem regulatorische T-Zell-Antworten fördern können.
Dass Menschen in klinischen Studien unter UC-II® Verbesserungen bestimmter Gelenkbeschwerden zeigen können, ist eine andere Ebene der Evidenz.
Der klinisch beobachtete Effekt und die Erklärung, warum dieser Effekt zustande kommt, sollten deshalb nicht miteinander verwechselt werden.
Die orale Toleranz ist derzeit eine plausible und experimentell gestützte Erklärung für den Wirkmechanismus von undenaturiertem Typ-II-Kollagen – aber längst nicht jedes Detail dieses Vorgangs ist beim Menschen abschließend geklärt.
Warum reichen bei UC-II®Kollagen nur 40 mg?
Spätestens an dieser Stelle lässt sich auch die ungewöhnlich niedrige Dosierung von UC-II®Kollagen besser verstehen.
Bei herkömmlichem Kollagenhydrolysat sprechen wir meist über mehrere Gramm Kollagen täglich. Bei UC-II® sind es dagegen gerade einmal:
40 mg pro Tag.
Das ist nicht etwa deshalb ausreichend, weil UC-II® ein besonders stark konzentriertes Kollagen wäre.
Der entscheidende Unterschied liegt im Wirkprinzip.
Kollagenhydrolysat liefert dem Körper Kollagenpeptide und Aminosäuren. Dafür braucht es eine entsprechende Menge.
Bei UC-II®Kollagen geht es dagegen nicht darum, möglichst viel Kollagen als Ausgangsmaterial für neues Gewebe bereitzustellen. Die erhaltenen Strukturen des undenaturierten Typ-II-Kollagens sollen vom Immunsystem im Darm erkannt werden und dort die bereits beschriebene orale Toleranz anstoßen.
Man könnte den Unterschied stark vereinfacht so zusammenfassen:
Kollagenhydrolysat → Material und bioaktive Peptide
UC-II® → immunologischer Reiz durch erhaltene Kollagenstrukturen
Für einen solchen immunologischen Reiz sind keine Gramm-Mengen erforderlich.
Das erklärt auch, warum ein direkter Vergleich nach dem Motto „10.000 mg Kollagen sind doch viel mehr als 40 mg UC-II®“ wenig sinnvoll ist.
Die beiden Präparate verfolgen unterschiedliche Ansätze.
40 mg UC-II® sind nicht 40 mg reines Typ-II-Kollagen
Hier gibt es allerdings einen Punkt, der bei Produktbeschreibungen leicht missverstanden werden kann.
Die häufig genannten 40 mg beziehen sich auf den UC-II®-Rohstoff und nicht auf 40 mg reines undenaturiertes Typ-II-Kollagen.
UC-II® Kollagen wird aus Knorpel des Hühnerbrustbeins gewonnen und mit einem speziellen Verfahren hergestellt, das die natürliche Struktur eines Teils des enthaltenen Typ-II-Kollagens erhalten soll.
In klinischen Untersuchungen enthielten 40 mg UC-II® ungefähr 10 mg undenaturiertes bzw. natives Typ-II-Kollagen.
Die restlichen Bestandteile des Rohstoffs stammen ebenfalls aus der Knorpelmatrix.
Das ist bei der Beurteilung von Nahrungsergänzungsmitteln wichtig: Stehen auf einem Produkt beispielsweise „40 mg UC-II®“, bedeutet das nicht automatisch, dass darin 40 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen enthalten sind.
Mehr ist hier nicht automatisch besser
Bei vielen Nahrungsergänzungsmitteln liegt der Gedanke nahe:
Wenn 40 mg gut sind, müssten 80 oder 120 mg noch besser sein.
Bei UC-II® lässt sich das so nicht ableiten.
Der Mechanismus der oralen Toleranz folgt nicht einfach dem Prinzip „je mehr, desto stärker“. Immunologische Reaktionen auf oral aufgenommene Antigene sind komplex und können von der Dosis und der Art der Präsentation abhängen.
Die 40 mg täglich sind deshalb vor allem die Menge, für die die bisherige klinische Forschung
zu UC-II®Kollagen die meisten Daten liefert.
Genau diese Dosierung wurde beispielsweise in Studien mit Menschen mit Kniearthrose sowie bei gesunden Menschen mit belastungsabhängigen Kniebeschwerden eingesetzt.
Ob höhere Mengen einen zusätzlichen Nutzen bringen, ist damit nicht belegt.
Und wann merkt man etwas?
Auch hier unterscheidet sich UC-II® von einem klassischen Schmerzmittel.
Es ist nicht als Mittel gedacht, das innerhalb weniger Stunden Beschwerden unterdrückt.
In den klinischen Studien wurde UC-II®Kollagen über mehrere Monate eingenommen. Untersuchungszeiträume von 90, 120, 180 Tagen oder 24 Wochen sind typisch.
Wer UC-II® ausprobieren möchte, sollte deshalb nicht nach einigen Tagen entscheiden, dass es „nicht funktioniert“. Es ist schon etwas Geduld erforderlich.
Die bisherigen Untersuchungen sprechen vielmehr dafür, die Wirkung über einen längeren Zeitraum zu beurteilen.
Und damit kommen wir zu der entscheidenden Frage:
Was zeigen diese Studien tatsächlich?
Was sagen die Studien zu UC-II®?
Der Wirkmechanismus klingt interessant – entscheidend ist aber natürlich eine andere Frage:
Merken Menschen, die UC-II®Kollagen einnehmen, tatsächlich einen Unterschied?
Dazu liegen inzwischen mehrere randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Humanstudien vor. Die Ergebnisse sind durchaus interessant. Allerdings gibt es einen wichtigen Haken: Ein erheblicher Teil der bisherigen Forschung zu UC-II® Kollagen ist mit dem Hersteller bzw. Unternehmen verbunden, das den Rohstoff vertreibt.
Schauen wir uns deshalb einige der wichtigsten Untersuchungen etwas genauer an.
191 Menschen mit Kniearthrose – UC-II® gegen Placebo und Glucosamin/Chondroitin
Eine der bekanntesten Studien erschien 2016 im Nutrition Journal.
Untersucht wurden 191 Menschen mit Kniearthrose, die nach dem Zufallsprinzip drei Gruppen zugeteilt wurden:
- 40 mg UC-II® täglich
- 1.500 mg Glucosamin + 1.200 mg Chondroitinsulfat täglich
- Placebo
Die Untersuchung dauerte 180 Tage.
Als wichtigster Messwert diente der WOMAC-Score. Dieser erfasst Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Einschränkungen der körperlichen Funktion.
Nach 180 Tagen hatte sich der WOMAC-Gesamtscore in der UC-II®-Gruppe stärker verbessert als unter Placebo. Auch gegenüber der Glucosamin-/Chondroitin-Gruppe schnitt UC-II® beim Gesamtscore statistisch signifikant besser ab.
Auch bei einzelnen Bereichen wie Schmerzen und Steifigkeit zeigten sich Vorteile.
Die Verträglichkeit unterschied sich zwischen den Gruppen nicht wesentlich.
Das Ergebnis ist interessant: 40 mg UC-II® täglich konnten über sechs Monate Beschwerden und Funktion bei Kniearthrose messbar verbessern.
Allerdings muss auch hier die Finanzierung berücksichtigt werden: Die Studie wurde von InterHealth Nutraceuticals finanziert, dem damaligen Unternehmen hinter UC-II®, und mehrere Autoren waren mit dem Unternehmen verbunden.
Das macht die Ergebnisse nicht automatisch falsch – es ist aber ein möglicher Interessenkonflikt, den man bei der Bewertung berücksichtigen sollte.
55 gesunde Menschen mit belastungsabhängigen Kniebeschwerden
Bereits 2013 wurde UC-II®Kollagen bei Menschen untersucht, die keine diagnostizierte Arthrose hatten.
Die 55 Teilnehmer hatten im Alltag keine Knieschmerzen, entwickelten jedoch bei einer standardisierten körperlichen Belastung Beschwerden.
Sie erhielten für 120 Tage entweder:
- 40 mg UC-II® täglich oder
- Placebo.
Nach 120 Tagen zeigte sich in der UC-II®-Gruppe eine größere Kniestreckung als unter Placebo.
Außerdem konnten die Teilnehmer am Ende der Untersuchung länger belastet werden, bevor erstmals Gelenkbeschwerden auftraten.
Interessant ist daran vor allem, dass UC-II®Kollagen hier nicht bei einer diagnostizierten Gelenkerkrankung untersucht wurde, sondern bei belastungsabhängigen Beschwerden ansonsten gesunder Menschen.
Allerdings war die Studie mit nur 55 Teilnehmern klein und ebenfalls mit dem Hersteller verbunden.
96 Menschen mit belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden
2022 wurde dieser Ansatz in einer größeren Untersuchung noch einmal aufgegriffen.
96 gesunde Erwachsene zwischen 20 und 55 Jahren mit belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden erhielten über 24 Wochen entweder:
- 40 mg undenaturiertes Typ-II-Kollagen täglich oder
- Placebo.
Am Ende der Untersuchung hatte sich die Kniebeugung in der Kollagengruppe durchschnittlich um 3,23 Grad, unter Placebo dagegen um 0,21 Grad verbessert.
Der Unterschied war statistisch signifikant.
Bei der Kniestreckung verbesserte sich die Kollagengruppe ebenfalls gegenüber ihrem Ausgangswert. Der entscheidende Vergleich zwischen den beiden Gruppen war hier jedoch weniger eindeutig.
Auch diese Studie liefert damit Hinweise auf einen möglichen Nutzen bei belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden.
Aber auch hier muss man hinschauen: Mehrere Autoren waren Mitarbeiter des Unternehmens, das UC-II® vertreibt.
Neuere Studien bestätigen nicht automatisch jedes positive Ergebnis
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln finde ich es wichtig, auch Studien zu berücksichtigen, die keinen Vorteil finden.
2025 erschien im Fachjournal Scientific Reports eine herstellerunabhängige, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie mit 68 Menschen mit Kniearthrose.
Die Teilnehmer erhielten zwölf Wochen lang entweder ein Kollagenpräparat oder Placebo.
Das Präparat enthielt täglich sowohl undenaturiertes Typ-II-Kollagen als auch hydrolysiertes Kollagen.
In beiden Gruppen verbesserten sich Schmerzen und Kniefunktion im Verlauf der Untersuchung. Zwischen Kollagen und Placebo bestand jedoch kein statistisch signifikanter Unterschied.
Das klingt zunächst wie ein Widerspruch zu den vorherigen Untersuchungen.
Allerdings gibt es einen wichtigen Unterschied:
Hier wurde nicht UC-II® allein untersucht, sondern eine Kombination aus undenaturiertem Typ-II-Kollagen und Kollagenhydrolysat. Außerdem dauerte die Untersuchung lediglich zwölf Wochen.
Die Studie kann deshalb nicht beantworten, ob 40 mg UC-II® allein über sechs Monate wirksam gewesen wären.
Trotzdem ist das Ergebnis wichtig, denn es zeigt:
Die bisherige Studienlage ist nicht durchgehend positiv.
Wie überzeugend ist die Studienlage insgesamt?
Mein Eindruck aus den bisherigen Humanstudien ist deshalb:
UC-II® ist deutlich mehr als nur eine theoretische Idee.
Es gibt randomisierte, placebokontrollierte Untersuchungen, in denen sich bei Kniearthrose sowie bei belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden Verbesserungen bestimmter Schmerz- und Funktionsparameter gezeigt haben.
Gleichzeitig sollte man die Aussagekraft nicht überschätzen.
Die Teilnehmerzahlen vieler Studien sind überschaubar, die untersuchten Zeiträume relativ kurz und ein erheblicher Teil der positiven UC-II®-Forschung weist Verbindungen zum Hersteller auf.
Hinzu kommt, dass die Studien vor allem Beschwerden und Gelenkfunktion untersuchten.
Sie beweisen nicht, dass UC-II® zerstörten Gelenkknorpel wieder aufbaut.
Genau diese Unterscheidung halte ich für wichtig.
Man kann aufgrund der bisherigen Forschung durchaus von einem interessanten und klinisch untersuchten Ansatz zur Unterstützung der Gelenkfunktion sprechen.
Von einem bewiesenen „Knorpelaufbau“ oder gar einer Heilung von Arthrose zu sprechen, würden die vorhandenen Daten dagegen nicht rechtfertigen.
Die Ergebnisse sind also interessant genug, um UC-II®Kollagen ernst zu nehmen – aber noch nicht gut genug, um alle Werbeversprechen rund um undenaturiertes Typ-II-Kollagen ungeprüft zu übernehmen.
UC-II® oder Kollagenhydrolysat – was ist besser?
Nach all dem stellt sich natürlich die Frage:
Wenn ich etwas für meine Gelenke tun möchte – nehme ich dann besser UC-II® oder ein klassisches Kollagenhydrolysat?
Die Antwort lautet: Das lässt sich so eigentlich gar nicht vergleichen.
Denn obwohl bei beiden „Kollagen“ auf der Verpackung steht, unterscheiden sie sich in ihrer Struktur, ihrer Dosierung und vor allem in dem Ansatz, über den sie wirken sollen.
Kollagenhydrolysat – Peptide und Aminosäuren
Bei einem Kollagenhydrolysat wurde das ursprüngliche Kollagen enzymatisch in kleinere Peptide zerlegt.
Dadurch ist die charakteristische räumliche Struktur des ursprünglichen Kollagens nicht mehr erhalten.
Das ist hier aber auch gar nicht das Ziel.
Nach der Aufnahme werden Kollagenpeptide weiter verdaut. Bestimmte kleine Peptide können jedoch zumindest teilweise intakt aufgenommen und anschließend im Blut nachgewiesen werden.
Kollagenhydrolysat liefert außerdem typische Kollagenaminosäuren wie:
- Glycin
- Prolin
- Hydroxyprolin
Interessanterweise scheint Kollagenhydrolysat dabei nicht ausschließlich als „Baumaterial“ zu dienen.
Bestimmte Kollagenpeptide werden auch als bioaktive Signalstoffe diskutiert. In experimentellen Untersuchungen können sie beispielsweise Zellen des Bindegewebes beeinflussen und Prozesse der extrazellulären Matrix stimulieren.
Das macht Kollagenhydrolysat unter anderem für Haut, Knochen, Sehnen, Bänder und Gelenkstrukturen interessant.
Dafür werden üblicherweise Mengen im Grammbereich eingesetzt.
UC-II® – ein völlig anderer Ansatz
Bei UC-II® soll dagegen gerade verhindert werden, dass die entscheidenden Strukturen des Typ-II-Kollagens vollständig zerstört werden.
Hier geht es nicht darum, möglichst viele Kollagenpeptide oder Aminosäuren zur Verfügung zu stellen.
Im Mittelpunkt stehen die erhaltenen Strukturen des undenaturierten Typ-II-Kollagens und deren Kontakt mit dem Immunsystem im Darm.
Der diskutierte Wirkmechanismus läuft deshalb über die bereits beschriebene orale Toleranz.
Entsprechend reichen sehr viel kleinere Mengen.
Die in den meisten klinischen Studien untersuchte Tagesmenge beträgt lediglich 40 mg UC-II®.

Zwei Kollagenformen – zwei unterschiedliche Strategien
Vereinfacht könnte man die Unterschiede so zusammenfassen:
| Kollagenhydrolysat | UC-II® | |
|---|---|---|
| Struktur | in kleinere Peptide zerlegt | Typ-II-Kollagen teilweise in nativer Struktur erhalten |
| typische Menge | mehrere Gramm täglich | 40 mg UC-II® täglich |
| Schwerpunkt | Peptide und Aminosäuren | erhaltene Typ-II-Kollagenstrukturen |
| diskutierter Mechanismus | Baustoff + Signalwirkung von Peptiden | orale Toleranz / Immunregulation |
| Einsatzgebiet | verschiedene Bindegewebe | vor allem Gelenke |
| Kollagentyp | je nach Ausgangsmaterial unterschiedliche Typen | Typ II |
| Ausgangsmaterial | z. B. Rind, Fisch, Schwein, Huhn | Hühnerknorpel |
Damit wird deutlich:
UC-II® ist kein besonders hoch dosiertes oder besonders gut verfügbares Kollagenhydrolysat.
Es ist schlicht etwas anderes.
Muss man sich überhaupt entscheiden?
Nicht unbedingt.
Da Kollagenhydrolysat und UC-II® unterschiedliche Ansätze verfolgen, spricht vom Wirkprinzip her zunächst nichts dagegen, beide miteinander zu kombinieren.
Man könnte vereinfacht sagen:
Kollagenhydrolysat liefert Peptide und Aminosäuren – UC-II® setzt zusätzlich an der immunologischen Regulation an.
Ob eine solche Kombination tatsächlich besser wirkt als eine der beiden Varianten allein, ist allerdings eine andere Frage.
Für einen zusätzlichen Nutzen der Kombination gibt es bislang keine überzeugende klinische Evidenz.
Mehrere Wirkansätze miteinander zu kombinieren klingt zwar theoretisch plausibel – daraus folgt aber nicht automatisch, dass sich ihre Effekte addieren.
Wer bereits ein gutes Kollagenhydrolysat einnimmt, muss es deshalb nicht absetzen, nur weil er UC-II® ausprobieren möchte.
Und umgekehrt ersetzt UC-II® ein Kollagenhydrolysat nicht, wenn das Ziel eine breitere Versorgung mit Kollagenpeptiden und Aminosäuren für unterschiedliche Bindegewebe ist.
Was passt zu welchem Ziel?
Geht es vor allem um eine allgemeine Unterstützung des Bindegewebes, beispielsweise Haut, Sehnen, Bänder oder Knochen, erscheint ein Kollagenhydrolysat aufgrund seines völlig anderen Ansatzes naheliegender.
Stehen dagegen Gelenkbeschwerden bzw. die Gelenkfunktion im Mittelpunkt, ist undenaturiertes Typ-II-Kollagen aufgrund seines speziellen Wirkprinzips und der vorhandenen klinischen Untersuchungen besonders interessant.
Und wer beide Ansätze miteinander verbinden möchte, kann grundsätzlich auch über eine Kombination nachdenken.
Entscheidend ist nur, nicht den Fehler zu machen, die Produkte anhand ihrer Milligrammzahl miteinander zu vergleichen.
10.000 mg Kollagenhydrolysat sind nicht automatisch „mehr“ oder „stärker“ als 40 mg UC-II® – weil beide etwas völlig Unterschiedliches bewirken sollen.
Für wen könnte UC-II® Kollagen interessant sein?
Nach Wirkmechanismus und Studien stellt sich natürlich die praktische Frage: Für wen könnte undenaturiertes Typ-II-Kollagen überhaupt interessant sein?
Die bisherige Forschung konzentriert sich vor allem auf die Gelenke – insbesondere auf Kniearthrose und belastungsabhängige Kniebeschwerden.
Bei Arthrose
Am besten untersucht ist undenaturiertes Typ-II-Kollagen bislang bei Kniearthrose.
Mehrere klinische Studien berichten über Verbesserungen bei Schmerzen, Gelenksteifigkeit und Funktion. Das macht UC-II®Kollagen vor allem für Menschen interessant, die ihre Gelenke bei bestehender Arthrose zusätzlich unterstützen möchten.
Dabei sollte jedoch ein Missverständnis vermieden werden:
Eine Verbesserung von Schmerzen und Beweglichkeit bedeutet nicht automatisch, dass neuer Gelenkknorpel aufgebaut wurde.
Für einen tatsächlichen Wiederaufbau bereits zerstörten Knorpels liefern die bisherigen UC-II®-Studien keinen überzeugenden Nachweis.
Bei belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden
Interessant ist UC-II®Kollagen auch für Menschen, die noch keine diagnostizierte Arthrose haben, deren Gelenke sich aber unter Belastung bemerkbar machen.
Genau diese Situation wurde in Studien mit ansonsten gesunden Erwachsenen untersucht.
Das können beispielsweise Menschen sein, die beim Sport, beim Treppensteigen, Wandern oder nach stärkerer körperlicher Belastung Beschwerden im Knie entwickeln.
Hier wurden unter UC-II® Verbesserungen bestimmter Parameter der Kniebeweglichkeit und Belastbarkeit beobachtet.
UC-II®Kollagen ist deshalb nicht ausschließlich ein Thema für ältere Menschen mit fortgeschrittener Arthrose.
Für sportlich aktive Menschen
Aus demselben Grund kann undenaturiertes Typ-II-Kollagen auch für Sportler und körperlich sehr aktive Menschen interessant sein.
Sport ist grundsätzlich wichtig für gesunde Gelenke. Gleichzeitig können intensive oder immer wiederkehrende Belastungen das Gelenk stark beanspruchen.
Die bisherigen Untersuchungen bei gesunden Menschen liefern erste Hinweise darauf,
dass UC-II®Kollagen die Gelenkfunktion bei belastungsabhängigen Beschwerden unterstützen könnte.
Das bedeutet allerdings nicht, dass jeder Sportler vorsorglich UC-II® benötigt.
Bei völlig beschwerdefreien Menschen ist der Nutzen einer dauerhaften Einnahme bislang wesentlich weniger gut untersucht.
Und bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen?
Hier wird es besonders interessant – aber gleichzeitig müssen wir vorsichtiger werden.
Der Mechanismus der oralen Toleranz wurde schon lange vor den heutigen UC-II®-Nahrungsergänzungsmitteln im Zusammenhang mit Autoimmunerkrankungen erforscht.
Auch bei rheumatoider Arthritis wurde oral verabreichtes Typ-II-Kollagen in klinischen Studien untersucht.
Die Überlegung dahinter ist nachvollziehbar: Typ-II-Kollagen ist Bestandteil des Gelenkknorpels. Durch die orale Gabe kleiner Mengen dieses Antigens sollte versucht werden, eine spezifische immunologische Toleranz zu fördern und dadurch entzündliche Autoimmunreaktionen zu beeinflussen.
Die Ergebnisse beim Menschen waren allerdings nicht einheitlich.
In einigen Untersuchungen fanden sich Hinweise auf eine Verbesserung bei einem Teil der Patienten, während andere Studien keinen eindeutigen Unterschied gegenüber Placebo zeigen konnten.
Hinzu kommt ein entscheidender Punkt:
Orales Typ-II-Kollagen in diesen Rheuma-Studien ist nicht automatisch mit dem heutigen Markenrohstoff UC-II® gleichzusetzen.
Aus diesen Untersuchungen lässt sich deshalb nicht ableiten, dass UC-II®Kollagen eine rheumatoide Arthritis behandeln kann. Einen Versuch wäre es aber meiner Meinung nach immer wert.
Noch vorsichtiger sollten wir bei anderen Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis sein.
Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis und axiale Spondyloarthritis haben unterschiedliche Krankheitsmechanismen. Ergebnisse aus einer Erkrankung können deshalb nicht einfach auf eine andere übertragen werden.
Der immunologische Ansatz von undenaturiertem Typ-II-Kollagen macht dieses Forschungsgebiet ausgesprochen interessant.
Für eine gezielte Behandlung entzündlich-rheumatischer Erkrankungen reicht die derzeitige Evidenz jedoch nicht aus.
UC-II®Kollagen kann hier allenfalls als ergänzender Ansatz betrachtet werden – nicht als Ersatz für eine sorgfältige Diagnostik und gegebenenfalls notwendige Therapie.
Wo UC-II® besonders interessant erscheint
Nach dem derzeitigen Stand sehe ich den interessantesten Einsatz deshalb bei:
- Kniearthrose
- belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden
- körperlich und sportlich aktiven Menschen mit wiederkehrenden Gelenkbeschwerden
Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen ist der Mechanismus zwar spannend, die klinische Evidenz aber erheblich schwächer.
Gerade diese Unterscheidung ist wichtig: Ein plausibler Wirkmechanismus ist noch kein Wirksamkeitsnachweis für jede Erkrankung, bei der Gelenke beteiligt sind.
Einnahme und Dosierung von UC-II®
Bei UC-II® ist die Dosierung erfreulich unkompliziert.
Die mit Abstand am häufigsten in klinischen Studien untersuchte Menge beträgt:
40 mg UC-II® einmal täglich.
Diese 40 mg des UC-II®-Rohstoffs liefern ungefähr 10 mg natives bzw. undenaturiertes Typ-II-Kollagen.
Eine Aufteilung auf mehrere Portionen ist nach dem bisherigen Forschungsstand nicht erforderlich.
Muss UC-II®Kollagen nüchtern eingenommen werden?
Bei Empfehlungen zu UC-II® liest man häufig:
„Abends vor dem Schlafengehen unbedingt auf nüchternen Magen einnehmen.“
Ganz aus der Luft gegriffen ist diese Empfehlung nicht.
In mehreren klinischen Untersuchungen zu UC-II® wurde die Tagesdosis tatsächlich am Abend vor dem Schlafengehen gegeben. Auch in frühen Untersuchungen wurde UC-II® nüchtern vor dem Zubettgehen eingenommen.
Daraus lässt sich jedoch nicht automatisch schließen, dass UC-II® nur dann funktioniert.
Es fehlen direkte Vergleichsstudien nach dem Schema:
nüchtern gegen Einnahme mit einer Mahlzeit
oder
morgens gegen abends.
Wir wissen deshalb bislang nicht, ob der Einnahmezeitpunkt einen klinisch relevanten Unterschied macht.
Die Empfehlung zur Einnahme auf möglichst leeren Magen ist vom Wirkmechanismus her durchaus nachvollziehbar: Das undenaturierte Typ-II-Kollagen soll mit dem darmassoziierten Immunsystem in Kontakt kommen. Eine gleichzeitige große Menge anderer Nahrungsproteine könnte diesen Kontakt theoretisch beeinflussen.
Plausibel bedeutet aber nicht automatisch bewiesen.
Wer sich möglichst eng an den klassischen UC-II®-Studien orientieren möchte, kann
die 40 mg deshalb abends mit Wasser und mit Abstand zur letzten Mahlzeit einnehmen.
Dass eine Einnahme zu einer anderen Tageszeit wirkungslos wäre, lässt sich aus den vorhandenen Daten jedoch nicht ableiten.
Wie lange sollte man UC-II®Kollagen einnehmen?
Auch hier gibt es keine magische Grenze.
Die klinischen Untersuchungen liefen meist über mehrere Monate – beispielsweise:
90 Tage, 120 Tage, 180 Tage oder 24 Wochen.
UC-II® sollte deshalb nicht wie ein klassisches Schmerzmittel beurteilt werden.
Wer nach drei oder vier Tagen keine Veränderung bemerkt, kann daraus noch kaum schließen, ob die Einnahme etwas bewirkt.
Wenn man UC-II®Kollagen ausprobieren möchte, erscheint es sinnvoller, die Entwicklung der Beschwerden und Gelenkfunktion über mehrere Wochen bis Monate zu beobachten.
Hilfreich kann es dabei sein, sich vorher einige konkrete Punkte zu notieren:
- Schmerzen bei bestimmten Bewegungen
- Morgensteifigkeit
- Beschwerden beim Treppensteigen
- mögliche Geh- oder Wanderstrecke
- Beschwerden während oder nach sportlicher Belastung
- Beweglichkeit des betroffenen Gelenks
So lässt sich nach einigen Monaten wesentlich besser beurteilen, ob sich tatsächlich etwas verändert hat.
Wie gut ist UC-II® verträglich?
In den bisherigen klinischen Studien wurde UC-II® insgesamt gut vertragen.
Auch in der größeren Untersuchung mit 191 Menschen mit Kniearthrose unterschied sich die Häufigkeit unerwünschter Ereignisse nicht wesentlich zwischen UC-II®, Placebo und Glucosamin/Chondroitin.
Das bedeutet natürlich nicht, dass Nebenwirkungen grundsätzlich ausgeschlossen sind.
Gerade bei Nahrungsergänzungsmitteln gilt außerdem: Nicht nur der eigentliche Wirkstoff ist relevant. Je nach Produkt können weitere Inhaltsstoffe, Hilfsstoffe oder zusätzliche Pflanzenextrakte enthalten sein.
Wer UC-II® gezielt ausprobieren möchte, sollte deshalb auf ein möglichst übersichtliches Produkt achten.
Wichtig bei einer Allergie gegen Huhn
UC-II® wird aus dem Knorpel des Hühnerbrustbeins gewonnen.
Bei einer bekannten Allergie gegen Huhn bzw. Hühnerbestandteile würde ich deshalb auf UC-II® verzichten bzw. die Einnahme vorher ärztlich abklären.
Auch wer aus persönlichen, religiösen oder ernährungsbezogenen Gründen tierische Bestandteile vermeiden möchte, sollte wissen:
UC-II® ist nicht vegan und nicht vegetarisch.
Schwangerschaft und Stillzeit
Für Schwangerschaft und Stillzeit liegen keine ausreichenden klinischen Daten vor, um die Einnahme von UC-II® sicher beurteilen zu können.
In dieser Zeit würde ich deshalb von einer eigenständigen Einnahme ohne Rücksprache mit Arzt oder Hebamme absehen.
Wechselwirkungen mit Medikamenten?
Für UC-II®Kollagen sind bislang keine charakteristischen klinisch relevanten Wechselwirkungen mit Arzneimitteln gut belegt.
Das unterscheidet es beispielsweise von manchen pflanzlichen Gelenkpräparaten, die zusätzlich Curcumin, Weihrauch oder andere bioaktive Substanzen enthalten können.
Hier lohnt sich deshalb wieder der genaue Blick auf die Zutatenliste:
UC-II® allein ist etwas anderes als ein komplexes „Gelenkpräparat“, das zusätzlich zahlreiche weitere Wirkstoffe enthält.
Bei regelmäßiger Medikamenteneinnahme oder bestehenden Erkrankungen sollte eine Nahrungsergänzung dennoch mit dem behandelnden Arzt oder Apotheker abgestimmt werden.
Worauf sollte man beim Kauf achten?
Wer nach der Lektüre dieses Artikels nach einem passenden Präparat sucht, wird schnell feststellen:
Kollagen Typ II ist nicht automatisch UC-II® – und auch nicht automatisch undenaturiertes Kollagen Typ II.
Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf das Etikett.
1. Auf „undenaturiert“ bzw. „nativ“ achten
Entscheidend für den in diesem Artikel beschriebenen immunologischen Ansatz ist, dass die relevanten Strukturen des Typ-II-Kollagens erhalten geblieben sind.
Auf dem Produkt sollte deshalb ausdrücklich etwas stehen wie:
„undenaturiertes Kollagen Typ II“
oder
„natives Kollagen Typ II“.
Steht dort lediglich „Kollagen Typ II“, wissen wir noch nicht, in welcher Form es vorliegt.
Es könnte sich beispielsweise auch um hydrolysiertes Typ-II-Kollagen handeln – und das verfolgt einen anderen Ansatz.
2. UC-II® ist ein Markenrohstoff
Auch das wird leicht verwechselt:
UC-II® ist nicht die allgemeine Bezeichnung für undenaturiertes
Typ-II-Kollagen.
UC-II® ist ein geschützter Markenrohstoff.
Ein Produkt darf also nicht allein deshalb als UC-II® bezeichnet werden, weil es irgendein undenaturiertes Typ-II-Kollagen enthält.
Umgekehrt bedeutet das aber auch:
Undenaturiertes Typ-II-Kollagen muss nicht zwingend UC-II® sein.
Es gibt inzwischen weitere Rohstoffe mit nativem bzw. undenaturiertem Typ-II-Kollagen, die teilweise ebenfalls klinisch untersucht wurden.
Der Vorteil von UC-II®Kollagen liegt vor allem darin, dass genau dieser Rohstoff in mehreren Humanstudien verwendet wurde und wir deshalb relativ genau wissen, auf welche Substanz sich die jeweiligen Studienergebnisse beziehen.
3. Die Mengenangabe genau lesen
Besonders wichtig ist die Deklaration der Dosierung.
Bei UC-II® begegnet uns typischerweise:
40 mg UC-II® pro Tagesdosis.
Diese 40 mg sind jedoch – wie bereits erklärt – nicht mit 40 mg reinem undenaturiertem Typ-II-Kollagen gleichzusetzen.
Der UC-II®-Rohstoff enthält neben dem nativen Typ-II-Kollagen weitere Bestandteile der Knorpelmatrix. In den klinischen Untersuchungen entsprechen 40 mg UC-II® ungefähr 10 mg undenaturiertem bzw. nativem Typ-II-Kollagen.
Bei anderen Rohstoffen kann die Konzentration ganz anders sein.
Deshalb lassen sich Produkte nicht allein anhand der Milligrammzahl miteinander vergleichen.
20 mg eines anderen Rohstoffes sind nicht zwangsläufig „halb so gut“ wie 40 mg UC-II®.
Entscheidend sind unter anderem der tatsächliche Gehalt an undenaturiertem Typ-II-Kollagen, die Verarbeitung und die Frage, ob genau dieser Rohstoff klinisch untersucht wurde.
4. Hydrolysiertes Typ-II-Kollagen nicht verwechseln
Auch hydrolysiertes Kollagen kann aus Hühnerknorpel stammen und entsprechend Typ-II-Kollagen als Ausgangsmaterial enthalten.
Durch die Hydrolyse wird das ursprüngliche Kollagen jedoch in kleinere Peptide zerlegt.
Das kann durchaus sinnvoll sein – aber nicht für denselben Mechanismus, über den wir bei UC-II® sprechen.
Wer gezielt den Ansatz der oralen Toleranz nutzen möchte, sollte deshalb nicht einfach irgendein Produkt mit der Aufschrift „Collagen Type II“ auswählen.
5. Möglichst transparente Deklaration
Ich würde grundsätzlich Produkte bevorzugen, bei denen klar erkennbar ist:
- welcher Rohstoff verwendet wurde,
- ob das Typ-II-Kollagen undenaturiert bzw. nativ vorliegt,
- wie viel Rohstoff die Tagesdosis enthält,
- wie viel undenaturiertes Typ-II-Kollagen tatsächlich enthalten ist,
- aus welcher Quelle das Kollagen stammt und
- welche weiteren Inhalts- und Hilfsstoffe enthalten sind.
Je transparenter die Deklaration, desto besser lässt sich beurteilen, was man tatsächlich kauft.
6. Kombinationspräparat oder lieber einzeln?
UC-II®Kollagen wird häufig zusammen mit anderen Stoffen für die Gelenke angeboten – beispielsweise mit Vitamin C, Hyaluronsäure, MSM, Glucosamin, Chondroitin, Weihrauch oder Pflanzenextrakten.
Eine solche Kombination kann durchaus sinnvoll zusammengestellt sein.
Sie hat aber einen Nachteil:
Wenn sich die Beschwerden verbessern, weiß man anschließend nicht unbedingt, welcher Bestandteil dafür verantwortlich war.
Wer UC-II® zum ersten Mal gezielt ausprobieren möchte, kann deshalb ein möglichst schlichtes Präparat bevorzugen.
Das erleichtert es, nach einigen Monaten einzuschätzen, ob das undenaturierte Typ-II-Kollagen persönlich einen Unterschied macht.
Mein wichtigster Tipp beim Kauf
Nicht die größte Zahl auf der Vorderseite der Verpackung ist entscheidend.
Schaut auf die Form des Kollagens und auf den verwendeten Rohstoff.
Bei UC-II® geht es gerade nicht darum, möglichst viele Milligramm Kollagen zu bekommen.
Es geht darum, dass eine sehr kleine Menge Typ-II-Kollagen ihre entscheidenden natürlichen Strukturen behalten hat.
Und genau darin liegt der Unterschied zu einem gewöhnlichen Kollagenhydrolysat.
Fazit: Wenig Kollagen – aber ein interessanter Ansatz
Auf den ersten Blick wirken 40 mg UC-II® beinahe lächerlich wenig.
Vor allem dann, wenn daneben ein Kollagenpulver steht, das 5 oder 10 Gramm Kollagen pro Tagesportion liefert.
Doch genau dieser Vergleich führt in die falsche Richtung.
UC-II® ist kein niedrig dosiertes Kollagenhydrolysat.
Während Kollagenhydrolysate vor allem Kollagenpeptide und Aminosäuren liefern und darüber hinaus über bioaktive Peptide wirken können, verfolgt undenaturiertes Typ-II-Kollagen einen völlig anderen Ansatz.
Entscheidend ist nicht die große Menge, sondern die erhaltene räumliche Struktur des Typ-II-Kollagens.
Sie ermöglicht den Kontakt mit dem darmassoziierten Immunsystem und bildet die Grundlage für den faszinierenden Mechanismus der oralen Toleranz.
Genau das macht UC-II® für mich so interessant.
Gleichzeitig lohnt es sich, die Erwartungen realistisch zu halten.
Für Kniearthrose und belastungsabhängige Gelenkbeschwerden gibt es inzwischen mehrere Humanstudien, in denen sich Verbesserungen bestimmter Schmerz-, Beweglichkeits- und Funktionsparameter gezeigt haben. Die Studienlage ist damit durchaus interessant – aber noch nicht perfekt.
Ein Teil der positiven Untersuchungen ist herstellernah bzw. industriefinanziert, viele Studien sind relativ klein und die Langzeitdaten bleiben begrenzt.
Vor allem gibt es bislang keinen überzeugenden Nachweis dafür, dass UC-II® zerstörten Gelenkknorpel wieder aufbaut.
Das sollte man klar von einer Verbesserung von Schmerzen, Beweglichkeit oder Gelenkfunktion unterscheiden, aber wer betroffen ist, ist schon mit Verbesserungen zufrieden.
Auch bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen finde ich den immunologischen Ansatz spannend. Die Forschung zur oralen Toleranz gegenüber Typ-II-Kollagen liefert interessante Anhaltspunkte – für die Aussage, UC-II® könne solche Erkrankungen behandeln, reicht die derzeitige Evidenz jedoch nicht aus.
Was bleibt also?
Undenaturiertes Typ-II-Kollagen ist weder ein Wundermittel noch einfach nur ein weiteres Kollagenpräparat.
Es ist ein ungewöhnlicher und biologisch interessanter Ansatz, der inzwischen auch durch klinische Forschung gestützt wird und besonders bei Gelenkbeschwerden einen genaueren Blick verdient.
Und vielleicht ist UC-II® gerade deshalb ein schönes Beispiel dafür, warum man bei Nahrungsergänzungsmitteln nicht nur auf die Zahl vor dem „mg“ schauen sollte.
Manchmal ist nicht entscheidend, wie viel wir zuführen.
Sondern in welcher Form.
Quellen und weiterführende Literatur
Grundlagen: orale Toleranz und Wirkmechanismus
📚 Cerovic V et al. – The renaissance of oral tolerance: merging tradition and new insights
Nature Reviews Immunology, 2025
Aktuelle Übersichtsarbeit zur oralen Toleranz. Sie beschreibt, wie oral aufgenommene Antigene eine antigenspezifische regulatorische Immunantwort fördern können und welche Rolle dabei unter anderem regulatorische T-Zellen und das darmassoziierte Immunsystem spielen.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39242920/
📚 Park KS et al. – Type II collagen oral tolerance; mechanism and role in collagen-induced arthritis and rheumatoid arthritis
Modern Rheumatology, 2009
Übersichtsarbeit speziell zur oralen Toleranz gegenüber Typ-II-Kollagen. Beschrieben werden unter anderem die Aufnahme von Typ-II-Kollagen im darmassoziierten Immunsystem, die Antigenpräsentation und die Bildung regulatorischer T-Zellen.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19697097/
📚 Pan P et al. – Undenatured type II collagen protects against collagen-induced arthritis by restoring gut-joint homeostasis and immunity
Communications Biology, 2024
Experimentelle Studie zum Zusammenhang zwischen undenaturiertem Typ-II-Kollagen, Darmimmunität und Gelenkentzündung. Die orale Gabe beeinflusste im Tiermodell die Immunantwort und verringerte die Häufigkeit einer kollageninduzierten Arthritis. Wichtig: Es handelt sich um eine Tierstudie, nicht um einen klinischen Wirksamkeitsnachweis beim Menschen.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38961129/
UC-II® bei Kniearthrose
📚 Lugo JP, Saiyed ZM, Lane NE – Efficacy and tolerability of an undenatured type II collagen supplement in modulating knee osteoarthritis symptoms: a multicenter randomized, double-blind, placebo-controlled study
Nutrition Journal, 2016
Eine der wichtigsten UC-II®-Studien. 191 Menschen mit Kniearthrose erhielten über 180 Tage entweder 40 mg UC-II®, Glucosamin plus Chondroitin oder Placebo. Beim WOMAC-Gesamtscore zeigte UC-II® Vorteile gegenüber beiden Vergleichsgruppen. Die Studie wurde von dem damaligen UC-II®-Anbieter InterHealth Nutraceuticals unterstützt.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26822714/
📚 Bakilan F et al. – Effects of Native Type II Collagen Treatment on Knee Osteoarthritis: A Randomized Controlled Trial
The Eurasian Journal of Medicine, 2016
Randomisierte Studie zu nativem Typ-II-Kollagen bei Kniearthrose. Sie ist besonders interessant, weil hier nicht einfach gewöhnliches Kollagenhydrolysat untersucht wurde, sondern natives Typ-II-Kollagen. Die Ergebnisse sprechen für Verbesserungen bestimmter Schmerz- und Funktionsparameter.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27551171/
UC-II® bei belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden
📚 Lugo JP et al. – Undenatured type II collagen (UC-II®) for joint support: a randomized, double-blind, placebo-controlled study in healthy volunteers
Journal of the International Society of Sports Nutrition, 2013
55 ansonsten gesunde Personen mit belastungsabhängigen Kniebeschwerden erhielten über 120 Tage 40 mg UC-II® oder Placebo. Unter UC-II® verbesserten sich bestimmte Parameter der Kniestreckung; zudem konnten einige Teilnehmer länger belastet werden, bevor Beschwerden auftraten.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24153020/
📚 Schön C et al. – UC-II Undenatured Type II Collagen for Knee Joint Flexibility: A Multicenter, Randomized, Double-Blind, Placebo-Controlled Clinical Study
Journal of Integrative and Complementary Medicine, 2022
96 gesunde Erwachsene mit belastungsabhängigen Gelenkbeschwerden wurden über 24 Wochen untersucht. Unter 40 mg undenaturiertem Typ-II-Kollagen täglich verbesserten sich bestimmte Parameter der Kniebeweglichkeit. Mehrere Autoren waren mit dem Hersteller des Rohstoffes verbunden.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35377244/
Aktuelle Forschung zu anderem nativem Typ-II-Kollagen
📚 Möller I et al. – Efficacy and tolerability of native (undenatured) type II collagen supplementation for joint health in healthy volunteers: a randomized double-blind placebo-controlled study
Nutrition Journal, 2026
Aktuelle randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Studie mit 74 gesunden Erwachsenen, die bei körperlicher Aktivität Gelenkbeschwerden entwickelten. Die Teilnehmer erhielten 180 Tage lang entweder Placebo oder 40 mg natives Typ-II-Kollagen des Rohstoffes CN2. Bei einigen Gelenk- und Beschwerdeparametern sowie in bestimmten Untergruppen zeigten sich Vorteile gegenüber Placebo.
Diese Studie ist besonders interessant, weil sie zeigt, dass inzwischen auch andere standardisierte native Typ-II-Kollagenrohstoffe klinisch untersucht werden – der Ansatz ist also nicht ausschließlich auf UC-II® beschränkt.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41787523/
Kritische und zusammenfassende Evidenz
📚 Yuenyongviwat V et al. – Efficacy of combined undenatured type II collagen and hydrolysed collagen supplementation in knee osteoarthritis: a randomised controlled trial
Scientific Reports, 2025
Eine wichtige Studie für eine ausgewogene Einordnung. Untersucht wurde bei Kniearthrose eine Kombination aus undenaturiertem Typ-II-Kollagen und hydrolysiertem Kollagen. Nach zwölf Wochen zeigte sich gegenüber Placebo kein statistisch signifikanter zusätzlicher Nutzen bei den untersuchten Schmerz- und Funktionsparametern.
Wichtig: Untersucht wurde eine Kombination verschiedener Kollagenformen und nicht 40 mg UC-II® allein. Deshalb lässt sich die Studie nicht als direkter Gegenbeweis zu den UC-II®-Studien interpretieren.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40897777/
📚 Gupta A et al. – Undenatured type II collagen for knee osteoarthritis
Annals of Medicine, 2025
Aktuelle Übersichtsarbeit zur präklinischen und klinischen Forschung mit nativem bzw. undenaturiertem Typ-II-Kollagen bei Kniearthrose. Die Arbeit bewertet den Ansatz insgesamt als vielversprechend, macht aber zugleich deutlich, dass größere und länger dauernde unabhängige Studien notwendig sind.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40253594/
Typ-II-Kollagen und rheumatoide Arthritis
📚 Trentham DE et al. – Effects of oral administration of type II collagen on rheumatoid arthritis
Science, 1993
Eine der klassischen Humanstudien zur oralen Toleranz. 60 Menschen mit schwerer aktiver rheumatoider Arthritis erhielten drei Monate oral Hühner-Typ-II-Kollagen oder Placebo. In der Kollagengruppe gingen geschwollene und druckschmerzhafte Gelenke zurück. Die Studie war ein früher Ausgangspunkt für die Erforschung einer gezielten oralen Tolerisierung bei Autoimmunerkrankungen.
Wichtig: Diese Untersuchung betrifft oral verabreichtes Typ-II-Kollagen und ist kein Wirksamkeitsnachweis für das heutige UC-II® bei rheumatoider Arthritis.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8378772/
📚 Wei W et al. – A multicenter, double-blind, randomized, controlled phase III clinical trial of chicken type II collagen in rheumatoid arthritis
Arthritis Research & Therapy, 2009
Multizentrische klinische Untersuchung von oralem Hühner-Typ-II-Kollagen bei rheumatoider Arthritis. Die Studie liefert weitere Hinweise darauf, dass die gezielte orale Gabe von Typ-II-Kollagen immunologische und klinische Effekte haben kann.
Auch diese Untersuchung darf nicht einfach auf UC-II® oder auf andere rheumatische Erkrankungen wie Psoriasis-Arthritis oder axiale Spondyloarthritis übertragen werden.
🔗 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19951408/
Wichtiger Hinweis:
Die hier bereitgestellten Informationen dienen der persönlichen Weiterentwicklung und dem Verständnis ganzheitlicher Zusammenhänge. Sie ersetzen keine individuelle medizinische Beratung. Jede Umsetzung der empfohlenen Maßnahmen geschieht in eigener Verantwortung. Bei gesundheitlichen Beschwerden oder Unsicherheiten wende dich bitte an eine qualifizierte Fachperson.
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