Linus Pauling und die orthomolekulare Therapie – wie ein visionärer Wissenschaftler die Welt der Vitamine neu dachte
Wenn heute über Mikronährstoffe, Zellgesundheit oder oxidative Prozesse gesprochen wird, begegnet einem früher oder später der Name Linus Pauling.
Er war einer dieser seltenen Wissenschaftler, die nicht nur große Entdeckungen machten, sondern auch bereit waren, gewohnte Denkgrenzen zu überschreiten. Sein Ansatz, den Körper auf molekularer Ebene zu stärken, wirkt bis heute – nicht, weil er spektakulär klingt, sondern weil er tief logisch ist:
Gesundheit entsteht dort, wo die Biochemie des Körpers in Harmonie arbeiten kann.
Wer war Linus Pauling? Ein Leben voller Neugier, Mut und Konsequenz
Linus Carl Pauling wurde 1901 im US-Bundesstaat Oregon geboren und entwickelte schon früh eine Faszination für Naturgesetze, Moleküle und Strukturen. Diese Neugier führte ihn zu bahnbrechenden Arbeiten über chemische Bindungen, die ihn 1954 zum Nobelpreis für Chemie brachten. Seine Erkenntnisse gelten bis heute als Grundlage vieler moderner wissenschaftlicher Disziplinen – von der Molekularbiologie über die Biochemie bis hin zur Strukturforschung.
Doch Pauling war weit mehr als ein brillanter Chemiker. Sein konsequenter Einsatz gegen Atomwaffentests und seine Stimme für globale Abrüstung brachten ihm 1962 den Friedensnobelpreis ein. Damit gehört er zu den wenigen Menschen, die zwei Nobelpreise in völlig unterschiedlichen Bereichen erhielten – ein Zeichen für seinen Mut, Verantwortung zu übernehmen und über den Tellerrand der Laborarbeit hinauszudenken.
Wissenschaftlich verschaffte er sich außerdem einen Namen durch seine Arbeiten zur Struktur von Proteinen, insbesondere durch die Entdeckung der Alpha-Helix. Diese Erkenntnis war ein Meilenstein, der viele spätere Entwicklungen – bis hin zur Entschlüsselung der DNA-Struktur – maßgeblich beeinflusste.
Der Schritt in die Welt der Vitamine
In den 1960er-Jahren wandte sich Pauling jedoch einem völlig neuen Gebiet zu: den Vitaminen, Mineralstoffen und Aminosäuren. Für die meisten war das ein radikaler Wechsel, doch für Pauling war es ein logischer Schritt. Wenn Moleküle das Fundament allen Lebens sind, dann bestimmen sie auch Gesundheit. Und wenn der Körper bestimmte Moleküle nicht ausreichend erhält, kann er nicht optimal funktionieren.
Pauling lebte diese Überzeugung mit einer bemerkenswerten Konsequenz. Er nahm selbst täglich sehr hohe Dosen Vitamin C ein – zunächst einige Gramm, später deutlich mehr. Er berichtete, dass er sich damit vitaler fühlte, klarer im Kopf und widerstandsfähiger gegenüber Belastungen. Für viele Menschen war es beeindruckend zu sehen, dass der Mann, der die orthomolekulare Medizin begründete, nicht nur forschte, sondern seine eigenen Theorien konsequent praktisch umsetzte.
Bemerkenswert ist auch, dass Pauling 93 Jahre alt wurde – und bis ins hohe Alter geistig aktiv blieb, forschte, schrieb und Vorträge hielt. Er selbst war überzeugt, dass seine konsequente Mikronährstoffversorgung ein wesentlicher Baustein seiner Gesundheit war. Natürlich spielen viele Faktoren in Langlebigkeit hinein, doch sein Leben ist ein Beispiel dafür, wie stark er selbst an seine Vision glaubte.
Die Vision der orthomolekularen Medizin – Gesundheit als biochemische Harmonie
Pauling prägte den Begriff „orthomolekular“, was so viel bedeutet wie „die richtigen Moleküle am richtigen Ort“. Es ist ein Konzept, das überraschend einfach klingt, aber eine tiefe Wahrheit enthält:
Der Körper funktioniert nur dann optimal, wenn alle Stoffe, die er benötigt, in ausreichender Menge vorhanden sind – nicht nur in Minimaldosen, die Mangelkrankheiten verhindern, sondern in Mengen, die die Zellen wirklich arbeiten lassen.
Die orthomolekulare Medizin geht davon aus, dass viele chronische Probleme durch latente Mikromängel begünstigt werden – jene leisen Defizite, die im Alltag kaum auffallen, aber langfristig Prozesse verlangsamen, Entzündungen fördern, Energie rauben und die Stressresilienz schwächen. Pauling sah darin eine der unterschätzten Wurzeln moderner Erkrankungen.
Jeder Mensch ist verantwortlich für die Moleküle, die er seinem Körper zur Verfügung stellt!
Linus Pauling
Warum Vitamin C im Zentrum seiner Arbeit stand
Vitamin C wurde für Pauling zu einem Schlüssel. Er sah darin kein simples Nahrungsergänzungsmittel, sondern ein Molekül mit breiten, systemübergreifenden Wirkungen: Immunschutz, antioxidativer Puffer, Gefäßschutz, Kollagenbildung, Stressregulation und Unterstützung der Entgiftung.
Besonders faszinierte ihn der Vergleich mit Tieren: Die meisten Säugetiere produzieren täglich mehrere Gramm Vitamin C selbst – und unter Stress sogar ein Vielfaches mehr. Der Mensch hingegen hat diese Fähigkeit im Laufe der Evolution verloren.
Für Pauling war dies ein klarer Hinweis, dass unser natürlicher Bedarf höher liegen könnte, als es offizielle Empfehlungen vermuten lassen.
Wie sieht die Pauling-Therapie konkret aus? – Die Essenz seines Ansatzes
Die Pauling-Therapie ist kein starres Protokoll, sondern eine logische, fließende Strategie. Ihr Fundament besteht aus einigen grundlegenden Prinzipien, die Pauling selbst mehrfach formulierte:
Er betrachtete den Körper als biochemisches Netzwerk, das nur dann vollständig regulieren kann, wenn alle essentiellen Moleküle in optimaler Menge zur Verfügung stehen. Es geht dabei um Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und essentielle Fettsäuren – nicht in Mindestmengen, sondern in bedarfsgerechten Mengen.
Vitamin C bildet das Herzstück seines Ansatzes, da es in nahezu allen stressrelevanten Stoffwechselwegen eine Rolle spielt. Pauling empfahl individuelle Mengen, die sich an Belastung, Gesundheitszustand und Lebensstil orientieren und – je nach Situation – deutlich über den üblichen Empfehlungen liegen.
Ein weiterer wichtiger Gedanke ist das Prinzip der Synergie. Mikronährstoffe wirken selten isoliert. Vitamin C entfaltet seine volle Kraft erst im Zusammenspiel mit Vitamin E, Magnesium, B-Vitaminen oder Aminosäuren wie Lysin. Die orthomolekulare Medizin denkt daher nicht in Einzelstoffen, sondern in Netzwerken.
Pauling orientierte sich außerdem am „tierischen Modell“. Da viele Säugetiere Vitamin C selbst bilden und unter Stress massiv erhöhen, sah er eine zusätzliche Supplementierung beim Menschen als biologisch sinnvoll an – gerade in modernen Lebensbedingungen voller Stress, Schadstoffe und Entzündungsreize.
Sein Ansatz war immer sowohl präventiv als auch therapeutisch: Mikronährstoffe sollen das Immunsystem stabilisieren, Entzündungen beruhigen, Zellreparatur ermöglichen und die Stressbelastung reduzieren. Er wollte, dass der Körper gestärkt wird, anstatt Symptome allein kurzfristig zu unterdrücken.
Und ganz zentral: Pauling war ein Verfechter der Individualisierung. Jeder Mensch hat seinen eigenen Bedarf – abhängig von Stress, Krankheitsvorgeschichte, Lebensstil und Umweltfaktoren. Pauschale Dosierungsempfehlungen lehnte er ab.
Kritik und moderne Sichtweisen
Pauling wurde für seine hohen Vitamin-C-Dosierungen und seine visionären Ideen oft kritisiert. Doch vieles, was damals als übertrieben galt, wird heute von der Forschung neu bewertet. Die Rolle oxidativen Stresses, mitochondrialer Dysfunktionen, stiller Entzündungen und Mikronährstoffmängel wird mittlerweile breit untersucht – und viele seiner Grundgedanken wirken erstaunlich zeitgemäß.
Warum Paulings Ansatz heute aktueller ist denn je
In einer Welt voller Stress, Umweltgifte, Schlafdefizite und verarbeiteter Nahrung ist der Bedarf an Mikronährstoffen höher, während die natürliche Zufuhr oft sinkt. Viele Menschen leben im funktionellen Mangel – nicht krank, aber auch nicht richtig gesund.
Genau hier entfaltet Paulings Ansatz seine Stärke: Er zielt auf Aufbau, Regeneration und Selbstregulation ab. Er ist kein Wunderversprechen, sondern eine Einladung, Gesundheit auf molekularer Ebene zu verstehen.
🔗 Weiterführende Links zu Linus Pauling &
Vitamin C
1. Linus Pauling Institute – Vitamin-C-Übersichtsseite
https://lpi.oregonstate.edu/mic/vitamins/vitamin-C Amazon
2. Cameron & Pauling (1976) – PNAS-Studie zu Vitamin C bei Krebs
https://www.pnas.org/doi/pdf/10.1073/pnas.73.10.3685 Amazon
3. Cameron & Pauling (1978) – Reevaluation-Studie (frei zugänglich über PubMed Central)
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC393158/ Amazon
4. „How to Live Longer and Feel Better“ – Infos beim Oregon State University Press
https://osupress.oregonstate.edu/book/how-to-live-longer-and-feel-better osupress.oregonstate.edu
5. „The Healing Factor: Vitamin C Against Disease“ von Irwin Stone – Online bei Internet Archive
https://archive.org/details/healingfactorvit00ston Internet Archive
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